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CCA oder Kupfer? Die Gefahren billiger Netzwerkkabel

B.E.S.T-Elektronik GmbH |

Ratgeber Netzwerkkabel

Sieht aus wie Kupfer.
Ist aber Aluminium.

Ob als „Basic-Kabel“, mit „Kupfergemisch-Leiter“ oder einfach als günstiges „CAT 7“: In vielen preiswerten Netzwerkkabeln steckt CCA, also Aluminium mit einer hauchdünnen Kupferhaut. Hier lesen Sie, warum ein CCA-Kabel bei PoE, im Außenbereich und im Brandfall zum Risiko wird und wie Sie es erkennen.

Aktualisiert: November 2026Von: Germany B.E.S.T – über 30 Jahre Erfahrung
Das Wichtigste in Kürze
  • CCA-Kabel (Copper Clad Aluminium) haben einen Aluminiumleiter mit dünner Kupferschicht. Im Handel heißen sie oft „Basic“ oder „Kupfergemisch“.
  • An Steckern und Klemmen oxidiert das Aluminium. Bei PoE entstehen dort Hotspots.
  • Im Brandfall schmilzt Aluminium schon bei ca. 660 °C, Kupfer erst bei ca. 1.085 °C.
  • Als Outdoor-Kabel ist CCA besonders ungeeignet, weil Feuchtigkeit die Korrosion beschleunigt.
  • Ein Verlegekabel kauft man für viele Jahre. Ein späterer Austausch ist aufwendig. Deshalb: reines Kupfer statt CCA.

1Was ist ein CCA-Kabel?

CCA steht für Copper Clad Aluminium, kupferkaschiertes Aluminium. Der Leiter besteht aus Aluminium mit einer sehr dünnen Kupferschicht und sieht deshalb aus wie Kupfer. Angeboten werden CCA-Netzwerkkabel oft unter Namen wie „Basic-Kabel“, „Economy“ oder mit „Kupfergemisch-Leiter“. Letzteres ist irreführend: Es ist keine Mischung, sondern Aluminium mit Kupferhaut.

Ein Kupfer-Netzwerkkabel besteht dagegen durchgehend aus reinem Kupfer. Davon gehen auch die Normen für Netzwerkverkabelung aus (ISO/IEC 11801 bzw. EN 50173, ANSI/TIA-568). Ein CCA-Kabel mit „CAT 7“-Aufdruck erfüllt diese Vorgabe nicht.

2CCA-Kabel: Vor- und Nachteile

Pro CCA

  • +günstiger, weil Aluminium weniger kostet
  • +leichter zu tragen
  • +kurze Strecken ohne PoE laufen oft zunächst

Contra CCA

  • –Oxidation und Korrosion an RJ45 und LSA
  • –Hotspots an den Kontakten bei PoE
  • –im Brandfall früheres Versagen
  • –für draußen besonders ungeeignet
  • –bricht leichter beim Verlegen
  • –erfüllt nicht die Normvorgabe Kupferleiter

Das Kernproblem: die Kontaktstellen

Beim Auflegen auf Keystone-Module, LSA-Leisten oder Kabelverbinder schneiden die Kontakte durch die dünne Kupferschicht und treffen auf Aluminium. Dort bildet sich eine Oxidschicht, und wo Aluminium auf Kupfer oder vergoldete Kontakte trifft, entsteht mit der Zeit Kontaktkorrosion. Zusätzlich dehnt sich Aluminium bei Wärme rund 40 % stärker aus als Kupfer, sodass sich Klemmen lockern. Der Übergangswiderstand steigt, und genau dort wird es heiß. Ein dickerer Leiter ändert daran nichts.

3CCA-Kabel und PoE: Risiko an den Kontakten

Mit PoE werden Kameras, Access Points und Telefone über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt, rund um die Uhr. Bei CCA fließt dieser Strom durch oxidierte, gelockerte Kontakte, die sich dauerhaft erwärmen. Im Kabelbündel kann die Wärme kaum entweichen. Wird die zulässige Temperatur von Isolierung und Steckverbindern überschritten, altern sie schneller und können schmelzen: Es drohen Kurzschluss und Brandgefahr. Bei gleichem Leiterdurchmesser erwärmt sich zudem das CCA-Kabel selbst stärker als Kupfer.

CCA-Kabel vs. Kupfer-Netzwerkkabel bei gleichem Leiterdurchmesser: Erwärmung bei PoE-Betrieb einer Überwachungskamera, Hotspot am Stecker PoE-Switch Reines Kupfer gleicher Leiterdurchmesser Kabel 25 °C ✔ Temperatur im grünen Bereich CCA-Kabel Kabel 25 °C Stecker 25 °C ✔ Temperatur im grünen Bereich ⚠ BRANDGEFAHR
PoE-Leistung:
Schematische Darstellung des Prinzips für zwei Kabel mit gleichem Leiterdurchmesser. Keine Messwerte: Die tatsächliche Erwärmung hängt von Länge, Umgebung, Verlegeart, Steckverbindern und Last ab.

Das Tückische: Ein CCA-Kabel funktioniert oft monatelang scheinbar problemlos. Die Erwärmung passiert unsichtbar in Wand, Kabelkanal oder Zwischendecke.

Für PoE-Kameras und Access Points empfehlen wir deshalb CAT 7 Verlegekabel aus reinem Kupfer.

4CCA-Kabel im Brandfall: gefährlicher als Kupfer

  • Niedriger Schmelzpunkt: Aluminium schmilzt bei ca. 660 °C, Kupfer erst bei ca. 1.085 °C.
  • Heiße Metalltropfen: Geschmolzenes Aluminium kann aus der Kabeltrasse abtropfen und Materialien darunter entzünden.
  • Früher Ausfall: Kameras und Netzwerk fallen früher aus, gerade dann, wenn sie am wichtigsten wären.
CCA-Kabel im Brandfall: Schmelzpunkt Aluminium (660 °C) wird im Normbrand nach etwa 9 Minuten erreicht, Kupfer (1.085 °C) erst nach etwa 2,5 Stunden Aluminium (CCA) schmilzt · ca. 660 °CAlu 660 °C Kupfer schmilzt · ca. 1.085 °CKupfer 1.085 °C CCA versagt nach ca. 9 Min.CCA: 9 Min. Kupfer erst nach ca. 153 Min.Kupfer: 153 Min. 0 Min. · 20 °C
Raumtemperatur nach Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK, EN 1363-1 / DIN 4102): T = 20 + 345 · log₁₀(8t + 1). Der Leiter im Kabel erwärmt sich mit etwas Verzögerung.

Im genormten Brand ist der Schmelzpunkt von Aluminium nach knapp 9 Minuten erreicht, der von Kupfer erst nach gut 2,5 Stunden.

Nicht verwechseln: „Cca“ (z. B. Cca-s1,d1,a1) ist eine Brandschutzklasse für den Kabelmantel nach Bauproduktenverordnung, CCA das Leitermaterial. Achten Sie auf beides: gute Brandschutzklasse und reines Kupfer.

5CCA als Outdoor-Kabel: besonders ungeeignet

Für Kameras an der Fassade, im Carport oder für die Erdverlegung ist ein CCA-Kabel die schlechteste Wahl:

  • Feuchtigkeit: An Schnittkanten und Kontakten liegt das Aluminium frei. Mit Feuchtigkeit bilden Kupfer und Aluminium ein galvanisches Element, und das Aluminium korrodiert.
  • Kondenswasser: In Dosen und Kamerasteckern bildet sich durch Temperaturwechsel Kondensat, genau an der Schwachstelle von CCA.
  • Frost und Hitze: Starke Temperaturwechsel lockern Klemmen, und Aluminium bricht in der Kälte leichter.

Für draußen: Outdoor-Netzwerkkabel mit UV-beständigem Außenmantel und Leitern aus reinem Kupfer, zum Beispiel als CAT 7 Outdoor-Kabel oder CAT 8 Outdoor-Kabel.

6CCA-Kabel erkennen

Im Online-Handel werden CCA-Netzwerkkabel oft mit „CAT 7“, „CAT 8“ oder „40 Gbit/s“ beworben. Der Hinweis auf Aluminium steht dann klein als „CCA“, „Cu/Al“, „Basic“ oder „Kupfergemisch“ im Datenblatt, oder gar nicht. Nicht jedes „Basic“-Kabel ist CCA, aber ein Blick lohnt sich. So prüfen Sie es:

  • Kratztest: Ader mit einem Abisolierwerkzeug freilegen und anritzen. Silbriges Metall unter der Kupferfarbe bedeutet CCA.
  • Biegetest: CCA-Adern brechen nach wenigen Biegungen.
  • Gewicht und Preis: Auffällig leicht und günstig? Material genau prüfen.
  • Datenblatt: Eindeutig ist nur „100 % Kupfer“ bzw. „reines Kupfer (Cu)“.

7Warum sich Sparen beim Netzwerkkabel nicht lohnt

Ein Verlegekabel ist kein Verbrauchsartikel. Es wird in Wand, Leerrohr, Decke oder Erdreich verlegt und soll dort in der Regel viele Jahre zuverlässig funktionieren. Deshalb lohnt sich der Blick auf den Gesamtaufwand und nicht nur auf den Kabelpreis:

  • Das Kabel ist nur ein Teil der Kosten: Leerrohre, Schlitze, Durchbrüche, Dosen, Auflegen und Arbeitszeit machen bei einer Installation oft einen großen Teil des Aufwands aus.
  • Ein späterer Austausch ist aufwendig: Muss ein Kabel ersetzt werden, fällt ein Großteil dieser Arbeit erneut an, unter Umständen mit Stemm-, Maler- oder Erdarbeiten.
  • Fehler zeigen sich oft spät: Korrosion und Wackelkontakte treten häufig erst nach Monaten oder Jahren auf und sind dann schwer zu finden.
  • Die Anforderungen wachsen: Mehr PoE-Geräte und höhere Datenraten. Ein Kabel, das heute verlegt wird, sollte auch für künftige Geräte gut aufgestellt sein.

Unser Tipp: Rechnen Sie mit dem Gesamtaufwand der Installation. Im Verhältnis dazu ist der Aufpreis für ein Kabel aus reinem Kupfer in vielen Fällen überschaubar. Für die Hausverkabelung eignen sich zum Beispiel CAT 7 Verlegekabel aus Kupfer, für besonders hohe Bandbreiten CAT 8 Verlegekabel aus Kupfer. Wer zwei Anschlüsse pro Dose plant, spart mit einem CAT 7 Duplex-Kabel einen zweiten Zug.

8CCA vs. Kupfer im Vergleich

Eigenschaft Reines Kupfer CCA-Kabel
Kontaktstellen (RJ45, LSA) dauerhaft stabil Oxidation, Korrosion
PoE an den Kontakten stabil Hotspot-Risiko
Erwärmung bei gleichem Durchmesser geringer höher
Schmelzpunkt im Brandfall ca. 1.085 °C ca. 660 °C
Außenbereich / Feuchtigkeit geeignet (mit Outdoor-Mantel) ungeeignet
Biegefestigkeit robust bricht leichter
Normvorgabe Kupferleiter erfüllt nicht erfüllt
Preis / Gewicht höher / schwerer günstiger / leichter

Fazit: CCA spart beim Kauf ein paar Euro. Die Schwächen von Aluminium an Kontakten, draußen und im Brandfall gleicht aber auch ein dickerer Leiter nicht aus. Für ein Kabel, das jahrelang in der Wand bleibt, ist ein Netzwerkkabel aus reinem Kupfer die sichere Wahl.

CAT 7 und CAT 8 Verlegekabel aus reinem Kupfer

In unseren CAT 7 und CAT 8 Verlegekabeln von Germany B.E.S.T steckt kein CCA, sondern Leiter aus reinem Kupfer. Für langzeitstabile Kontakte ohne Aluminium-Korrosion.

9FAQ zu CCA-Kabeln

Was bedeutet CCA bei Netzwerkkabeln?

Copper Clad Aluminium: ein Aluminiumleiter mit dünner Kupferschicht. Ein Kupfer-Netzwerkkabel besteht dagegen vollständig aus Kupfer.

Was ist ein Kabel mit „Kupfergemisch-Leiter“ oder ein „Basic-Kabel“?

„Kupfergemisch“ ist meist eine andere Bezeichnung für CCA. Auch hinter „Basic“ oder „Economy“ kann CCA stecken. Fragen Sie im Zweifel nach, ob der Leiter aus 100 % Kupfer besteht.

Sind CCA-Kabel für PoE geeignet?

Wir raten ab. An oxidierten Kontakten erzeugt der PoE-Strom dauerhaft Wärme, und bei gleichem Durchmesser erwärmt sich auch das Kabel stärker als Kupfer. Besser geeignet sind CAT 7 Kupferkabel.

Kann ich ein CCA-Kabel draußen verwenden?

Davon raten wir dringend ab. Feuchtigkeit lässt Kupfer und Aluminium an Kontakten und Schnittkanten korrodieren. Nutzen Sie Outdoor-Netzwerkkabel aus Kupfer.

Lohnt sich der Aufpreis für Kupfer?

In den meisten Fällen ja. Ein Verlegekabel bleibt viele Jahre in der Wand, und ein späterer Austausch ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Im Vergleich dazu ist der Aufpreis für reines Kupfer meist gering.

Ist „Cca“ auf dem Kabel dasselbe wie CCA?

Nein. „Cca“ ist eine Brandschutzklasse für den Kabelmantel, CCA bezeichnet das Leitermaterial.

Sind CCA-Kabel verboten?

Nein, nicht generell. Sie erfüllen aber nicht die Normvorgabe eines Kupferleiters für CAT-Netzwerkkabel. Für feste Installationen und PoE empfehlen wir reines Kupfer.

Hinweis: Dieser Ratgeber informiert allgemein über die Werkstoffeigenschaften von Kupfer und CCA und bezieht sich nicht auf Produkte bestimmter Hersteller oder Händler. Angaben ohne Gewähr. Für sicherheitsrelevante Installationen wenden Sie sich an eine Elektrofachkraft.